Corona-Virus – wie geht es weiter für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch?

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Was bedeutet der Corona-Virus für Schwanger und Frauen mit Kinderwunsch, die IVF machen

Wer bin ich? Hallo, ich bin Yvonne Frankfurth, Gründerin dieser Plattform, Expertin für Eizellen und Forscherin in Cambridge. Mehr über mich.

Ich bin gegen die Angstmacherei, die derzeit im Umlauf ist. Hier trage ich also ein paar SACHLICHE Punkte zusammen für die von uns, die schwanger sind, ein kleines Baby haben oder vielleicht einen Embryo-Transfer bevorstehen haben und sich fragen: Was sollte ich tun? Wie groß ist das Risiko für mich und mein Kind, ernsthaft zu erkranken? Welche Vorkehrungen kann ich treffen? Wann geht unsere Kinderwunschbehandlung weiter? Denn gerade zu Zeiten der Angstmacherei ist eine sachliche Berichterstattung wichtig.

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Was bedeutet das Corona-Virus für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder, ist es gefährlich?

Wenn man schwanger ist, arbeitet das Immunsystem etwas weniger gut als sonst. Warum? Das ist dadurch bedingt, dass der Körper der schwangeren Frau das ungeborene Kind nicht abstoßen soll. Deswegen gelten Schwangere häufig auch als Risikogruppe, wenn es um Infektionen geht. Also: Ja, prinzipiell sind Schwangere als Risikogruppe für das Corona-Virus zu sehen.

Allerdings zeigt uns der bisherige Verlauf vom Corona-Virus weltweit ein anderes Bild. Das Corona-Virus scheint in der Tat schwangere Frau nur wenig zu betreffen. Es gibt auch keine schwangeren Frauen, die nach einer Infizierung akut erkrankt oder gestorben sind. Aber man sollte trotzdem Vorsicht walten lassen. Denn es gibt noch wenig Daten zu dem neuen Virus. Also unbedingt an die öffentlich ausgerufenen und vom eigenen Arzt empfohlenen Maßnahmen halten, um einer möglichen Infektionen vorzukommen.

Manche Babies von Frauen in China, die Symptome vom Corona-Virus aufgewiesen haben, sind frühzeitig zur Welt gekommen. Aber Achtung: Manche Zeitungen benutzen das gleich wieder zum Panik-Machen. Sie schreiben, dass das Corona-Virus für die frühen Geburten verantwortlich ist. Dabei ist es überhaupt nicht klar, ob das der Grund ist. Es wird teilweise vermutet, dass manche Ärzte eine vorzeitige Geburt eingeleitet haben könnten. Also erst einmal abwarten, bis wir mehr wissen.

Worauf leider nirgends besonders eingegangen wird: Wie behandelt man eine akut kranke Schwangere, wenn sie sich mit dem Corona-Virus infiziert hat? Welche möglichen Nebenwirkungen hat diese Behandlung für das ungeborene Kind? Was beschrieben wird, ist dass die meisten Krankheitsverläufe mild verlaufen. Und da wo ein Krankenhausaufenthalte nötig ist, wird hauptsächlich mit Sauerstoff- und Flüssigkeitszugabe unterstützt.

Die langfristigen Folgen für Frauen und (ungeborene) Kinder nach einer Infektion mit dem Corona-Virus sind noch unbekannt.

CoronaVirus was bedeutet er für unsere IVF-Behandlung?

Kann ich mein Kind über das Fruchtwasser anstecken? Darf ich trotz Corona-Virus mein Baby noch stillen?

Derzeitiger Stand ist, dass für das ungeborene Kind kaum Gefahr besteht, selbst wenn die Mutter an Corona-Virus erkrankt. Die Virusfamilie wird bislang nicht mit vorgeburtlichen Schädigungen in Verbindung gebracht. Es gibt Studien, die annehmen, dass ein hohes Fieber im ersten Schwangerschaftstrimester (egal aus welchem Grund dieses Fieber ausgelöst wird) in Verbindung mit einem leicht erhöhten Risiko für manche Geburtsfehler gebracht wird.

Babies von infizierten Mütter in China wurden bislang alle negativ auf das Virus getestet. Weder im Fruchtwasser noch in der Muttermilch konnten Viren gefunden werden, was stillende Frauen zurecht sehr beruhigt. Wir stehen jedoch noch am Anfang der Datensammlung.

Die vielen Vorteile, die das Stillen kleinen Babies bringt (gerade beim Aufbau ihres Immunsystems!) überwiegen also das Risiko einer möglichen Infektion, so das Royal College of Obstetricians and Gynaecologists. Beim Stillen wird infizierten Müttern jedoch empfohlen, einen Mundschutz zu tragen. Denn das Corona-Virus wird über (Atem)Tröpfchen übertragen.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt es, sich gegen die normale Grippe impfen zu lassen. Diese Impfung schätzt zwar nicht gegen das Corona-Virus. Sie verhindert jedoch, dass man an beiden Infektionen erkrankt.

CoronaVirus und Kinderwunschbehandlung

Wir sind in Kinderwunschbehandlung. Sollten wir unsere IVF-Behandlung und Embryo-Transfer erst einmal aufschieben und warten bis das Corona-Virus unter Kontrolle gebracht wird?

Wer unter Verdacht steht, sich mit dem Virus infiziert zu haben, der bekommt eine ganz einfache Antwort: Ja, unbedingt die Behandlung und sämtliche Vorstellungstermine bei der Kinderwunschklinik verschieben. Denn hier geht es auch um die Gesundheit der Menschen, die man auf dem Weg in die Klinik und in der Klinik selbst antrifft. Falls man nämlich die Ärzte ansteckt, wäre das schlecht, denn diese könnten das Virus wiederum an Schwangere und andere Kinderwunschpatienten weitergeben. Wenn man in den letzten Wochen folgende Gebiete besucht hat ist man Teil der Risikogruppe, die sich am besten selbst unter Quarantäne stellen sollte:

  • China: Provinz Hubei
  • Iran: Provinz Ghom, Teheran
  • Italien: Überall, besonders im Norden
  • In Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do

Was ist aber mit Frauen und Paaren, die in den nächsten Wochen einen Embryo-Transfer bevorstehen haben und nicht selbst unter Verdacht einer Infektion stehen? Ich wünschte ich hätte eine klare Antwort darauf. Leider wird es jedoch abzuwarten sein, was sich ergibt. Denn es kann im Einzelfall vom Kinderwunschzentrum selbst abhängen, ob die Behandlung durchgeführt wird. Sobald ein Verdachtsfall in einem Zentrum vorliegt, wird der Transfer wohl nicht stattfinden, sondern das Zentrum geschlossen werden. Man sollte hier wohl pragmatisch vorgehen. Hier ist eine Liste mit Schritten, die ich vorschlage.

  1. Das Kinderwunschzentrum kontaktieren und nach dem aktuellen Stand fragen.
  2. Beim Kinderwunschzentrum per Email nachfragen (so hat man es schriftlich), was passiert, falls eine Behandlung abgebrochen wird und ob bzw. welche Kosten erstattet werden.
  3. Wo ist das Kinderwunschzentrum: In Deutschland? Per Auto zu erreichen? Im Ausland? Ab 12.3.2020 hat Tschechien die Grenzen für Einreisende aus Deutschland zugemacht. Update: Seit dem 19. April darf man 24 Stunden lang für eine Behandlung nach Tschechien reisen.
  4. Zeitplan der Kinderwunschbehandlung einsehen: Steht der Transfer kurz bevor? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das er ohne Komplikationen durchgeführt werden kann. Dann ist die zweite Frage: Selbst wenn der Transfer stattfinden kann – möchte man das unter den gegebenen Umständen? Das muss man für sich selbst entscheiden in Anbetracht der gegebenen Umstände und in Besprechung mit dem eigenen Arzt.
  5. Wenn der Transfer erst in ein paar Wochen oder Monaten ansteht, sollte man die Situation in Ruhe weiterverfolgen. Mein Motto ist immer auf das Beste hoffen und auf das Schlimmste vorbereitet sein. In diesem Fall bedeutet das, sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass der Transfer verschoben wird. Ich weiß, das Wort „Warten“ ist ganz schrecklich, wenn man einen Kinderwunsch hat. Denn es ist ja eh schon ein unendlich langes Warten. Aber es ist einfach unrealistisch zu erwarten, dass in den nächsten Wochen alle Termine beim Arzt wie geplant stattfinden werden. Es ist eher zu erwarten, dass in den kommenden Wochen neben Schulen und Kindergärten auch Kinderwunschzentren schließen werden und die Reisefreiheit von Menschen weiter eingeschränkt wird.
Was bedeutet der Corona-Virus für Schwanger und Frauen mit Kinderwunsch, die IVF machen

Keine Panik, aber Vorsicht ist geboten.

Am Ende ist das am wichtigsten, was auch in den meisten Medien schon empfohlen wird: Wascht eure Hände, vermeidet Menschenmassen und lasst euch nicht in einen Zustand von Hysterie und Panik verleiten. Angstmache ist nicht hilfreich. Schwangersein oder Schwangerwerden ist eh schon ein Thema, das viel zu angstbesetzt ist. Wenn ihr Tipps oder Ratschläge habt und selbst vom Corona-Virus betroffen seid – in welcher Weise auch immer – schreibt bitte einen Kommentar weiter unten und teilt eure Erfahrungswerte mit uns. Ich werden diesen Blogartikel regelmäßig aktualisieren, schaut also gern wieder vorbei.


Quellen:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
Robert Koch Institut
Royal College of Obstetricians and Gynaecologists
Guardian

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